Sinn 157

Modellbeschreibung

Wie auch weiter unten nochmals erwähnt, existieren die Sinn 157 sowie deren grössere Schwester - die 142 - bereits seit langem. Kurz nach der Vorstellung des Kaliber 5100 im Jahre 1978 brachte Lémania die Modelle in den Verkauf. Sammlern sind sie auch mit Namen wie Breitling, Heuer und Orfina bekannt.

Teilweise waren die Uhren äusserlich identisch, es gab aber auch mehr oder weniger grosse Abweichungen im Design. Auch Helmut Sinn hat sich in den Regalen von Lémania bedient, mangels grossem Interesse an mechanischen Chronographen waren die Uhren spottbillig zu bekommen und versprachen gute Gewinne im Verkauf.

So gesehen ist die 157 also eine Art Dinosaurier, ein Urgestein der Schweizerischen Sportuhrenszene der späten 70er und frühen 80er Jahre. Angelehnt an die puristisch klare Linienführung der Porsche Design Modelle, steht die Funktion weit vor Schönheit, was die Uhr aber nicht unattraktiv macht. Mit der Renovierung durch Lothar Schmidt wurden die ehemals recht einfach gestrickten Schalen bezüglich der Dichtungstechnik, des Glassitzes und der Werkhalterung kräftig verändert. Auch die Drücker erhielten einen stabileren Tubus mit Flankenschutz, die Wasserdichtigkeit stieg auf 200m an. Auch die recht klapprigen Stahl-Bänder wurden gegen erheblich wertigere ersetzt, darüber hinaus ist auch eine Variante in Reintitan erhältlich.

 

 

Geschichte und Hintergründe

Obwohl eine der preiswertesten Uhren in meiner Sammlung, hat die Zusammenstellung der Fakten sehr viel Zeit erfordert, da beim vorliegenden Modell die Geschichte dreier Unternehmen zu berücksichtigen ist.

Alfred Lugin (1858-1920) kam als junger Mann ins Vallée de Joux wo er zunächst als Kuhhirte, bald darauf als Hilfsarbeiter bei LeCoultre in Le Sentier arbeitete. Es dauerte nicht lange, bis er sich als Spezialist für Chronographen hervor tat und im Alter von 25 Jahren zusammen mit drei Kollegen ein eigenes Atelier gründete. Dort wurden eingekaufte Rohwerke mit Chronographen-Mechanismen versehen. 1885 entstanden sogar eigene Repetitions-Uhren. Aus Platzgründen übersiedelte das Unternehmen bald nach L'Orient und begann 1890 mit dem Bau einer grösseren Fabrik. Ab 1900 wurden Fertiguhren von sehr hoher Qualität für unterschiedliche Abnehmer hergestellt. Nach dem Tod von Alfred Lugin übernahm dessen Schwiegersohn Marius Meylan (1892-1980) die Firma und änderte 1930 den Namen auf Lémania, nach dem erfolgreichsten Kaliber im Programm.

Im Jahr 1932 kam Lémania durch den Zusammenschluss mit Omega/Tissot in die SSIH-Gruppe. Noch im selben Jahr wurden die Chronometer für die Olympischen Spiele in Los Angeles hergestellt. Aus der sehr engen Zusammenarbeit mit Omega entstanden früh eine grosse Zahl an hochwertigen Chronographen-werken, die bekanntesten sind zweifellos das Kaliber 321 (27CHROC12) sowie das Kaliber 861 (1873). Sie entstanden zwischen 1944 und 1966 unter der Leitung von Réné Meylan, dem Enkel von Alfred Lugin, sowie den Entwicklern Albert Piguet und Jacques Reymond. Berühmtheit erlangten die Kaliber durch ihren Einsatz in der Omega Speedmaster Professional, von der NASA als offizielle Uhr für die bemannten Raumflüge in zahllosen Tests für geeignet befunden.

Neben Uhrwerken wurden auch immer Komplettuhren, meist Chronographen, produziert. Diese konnten anfangs allesamt unter dem Namen Lémania, später fast nur noch von den jeweiligen Abnehmern bezogen werden. Die Liste der Kunden reicht von Breitling über Heuer und Sinn bis hin zu Orfina, welche die ersten Porsche Design Modelle bei Lémania bauen lies. Das hier vorgestellte Sinn Modell 157, wie auch die grössere Schwester 142, entstanden anfangs komplett bei Lémania und waren auch von Breitling und Orfina zu bekommen.

1981 löste sich die Lémania durch einen Management-Buyout von der Gruppe und änderte ihren Namen auf Nouvelle Lemania SA. Seit 1992 gehört die Nouvelle Lemania SA zur Breguet-Gruppe, bestehend aus der Valdar SA und der Montres Breguet SA, die die Uhren für Breguet remontiert. Die Fertigung von Komplett-uhren wurde umgehend eingestellt. Heute werden mehr als 500 Mitarbeiter beschäftigt, davon über 60 diplomierte Uhrmacher. Auf modernsten CNC- und Erodiermaschinen werden ausschliesslich Uhrwerke vom mittleren Segment bis hin zu höchst komplizierten Ausführungen mit Stückpreisen von über CHF 50'000,- produziert.

Die Firma Sinn wurde 1961 vom Fluglehrer und Uhrenliebhaber Helmut Sinn gegründet. Nach seinen optischen Vorgaben wurden die angebotenen Uhren im Private Label Sektor in der Schweiz hergestellt. Der Erfolg lies nicht lange auf sich warten: Durch den Wegfall einer Handelsspanne, bedingt durch den Direkt-vertrieb, hatten die Uhren ein sensationelles Preis-/Leistungsverhältnis. Als Flieger verfügte er auch über beste Kontakte in die Szene und konnte so vom Start weg auf einen interessierten Kundenkreis zählen. Im Alter von 84 Jahren verkaufte Helmut Sinn seine Firma 1994 an Lothar Schmidt.

Der 1949 in Neunkirchen im Saarland geborene Lothar Schmidt studierte nach dem Abitur in Saarbrücken Maschinenbau. In den 70ern hatte er den ersten Kontakt mit der Uhrenindustrie, er wurde technischer Direktor einer Gehäusefirma. 1980 wechselte er zunächst als freier Mitarbeiter zur IWC nach Schaffhausen und zeichnete dort für den Aufbau einer innovativen Gehäuse- und Armbandproduktion verantwortlich. Er erarbeitete Problemlösungen im Umgang mit dem äusserst schwierig zu bearbeitenden Werkstoffen Titan, Platin und Keramik. Unter seiner Federführung entstanden die ersten Porsche Design Modelle, die Ocean 2000, das Zirkonoxydgehäuse der Da Vinci sowie das Gehäuse der Grande Complication. Ab 1990 war er für den Aufbau der gesamten Produktionstechnik bei A. Lange & Söhne in Glashütte verantwortlich. Lothar Schmidt verlies den VDO-Konzern 1994 als Prokurist, um im selben Jahr mit dem Kauf der Firma Sinn seinen Traum von der Selbstständigkeit zu verwirklichen.

Mit der Übernahme durch Lothar Schmidt kam bei Sinn die Abkehr vom Private Label Sektor, der Name wurde auch in Sinn Spezialuhren GmbH geändert. Nach und nach wurde die gesamte Modellpalette technisch renoviert, die Lieferanten und das Material gewechselt. Das Regulieren der Werke und die Montage der Uhren erfolgte bei Sinn selbst, sowie einem Zweigbetrieb in Thüringen. Hierzu wurde der Mitarbeiterbestand von 14 auf 53 erhöht. Mittlerweile werden weit über 10000 Uhren pro Jahr ausgeliefert. Mit seinen brillianten technischen Fähigkeiten erdachte Lothar Schmidt auch immer wieder neue Innovationen wie synthetische Uhrenöle für hohe Temperaturbereiche, die Trockenhaltetechnik mittels Kupfersulfatkapseln und Befüllen des Gehäuses mit dem Edelgas Argon. Weitere Meilensteine sind die unbegrenzt wasserdichte, mit Silikonöl befüllte Taucheruhr, sowie - seit Neuestem - kratzfeste Uhrengehäuse aus nickelfreiem, eisgehärtetem Edelstahl, verfeinert mit modernster Dichtungstechnik. Die Erprobung all dieser Innovationen erfolgt in der Regel bei Einheiten des Militärs, des BGS sowie der GSG9.

Das Direktvertriebskonzept wurde erfreulicherweise beibehalten und um eine ganze Reihe von ausgesuchten Depot-Händlern erweitert. So können die Uhren auch direkt vor Ort betrachtet und gekauft werden.

Seit 1998 besitzt Lothar Schmidt auch eine eigene Gehäusefirma. Zusammen mit Dr. Ing. Ronald Boldt (ehemals Leiter Technologie und Qualitätssicherung bem Glashütter Uhrenbetrieb) sowie Dipl. Ing. Walter Fricker (Inhaber der Gehäusefirm Fricker in Pforzheim) gründete er die SUG Sächsische Uhrentechnologie GmbH in Glashütte.


Gehäuse, Band und Tragekomfort

Die Form orientiert sich an den gängigen Modellen der 70er und ist z.B. auch von der Omega Speedmaster Mark IV und V bekannt. Für ein normales Lederband ist die Kissenform weniger geeignet, mit einem dicken Kautschuk- oder dem optionalen Stahlband macht die 157 aber eine gute Figur.

Gehäuse und Band sind perlgestrahlt um den Anforderungen an eine Fliegeruhr ge-recht zu werden. Das flache Saphirglas ist einseitig innen ent-spiegelt und ohne Überstand plan in das Gehäuse eingelassen. Die Drücker und die verschraubte Krone sind recht gross und optimal gegen Stösse geschützt, der Boden ist mit einer O-Ring Dichtung verschraubt. Wie es sich für eine Fliegeruhr gehört, ist das Zifferblatt tief mattschwarz lackiert, Zeiger und Indice sind mit Leuchtmasse be-legt.

Dass der Boden ohne Glas auskommt, ist leicht zu ver-schmerzen. Zum einen ist das verbaute Kaliber ohnehin kaum als attraktiv zu be-zeichnen, zum anderen handelt es sich hier um eine robuste Sportuhr. Da hat ein Glasboden eigentlich nichts zu suchen. Ausge-sprochen praktisch finde ich, dass das erste Drittel auf dem Rehaut als Pulsometer bedruckt ist, die Tachymeter Skala beginnt erst ab sinnvollen 190 km/h.

Die Endglieder des Stahlbandes habe ich auf den Innenseiten so angeschliffen, dass sie sich weiter ab-winkeln lassen. So liegt das Band besser am Arm an und steht nicht so unnatürlich ab, was einer der wenigen Mängel an diesem Modell dar-stellt.

Sowohl mit dem Stahl- wie auch mit dem, leicht nach Vanille duftenden, Kautschukband trägt sich die 157 ausgesprochen angenehm. Auch bei sportlicher Betätigung drückt sie, durch den Verzicht auf scharfe Kanten, nirgendwo.


Bedienung & Ablesbarkeit

Dank der griffigen Krone und der gross dimensionierten Drücker gerät die Bedienung zum Kinderspiel. Der Schaltmechanismus des 5100er verlangt zwar nach einem beherzten Druck, die Schaltvorgänge sind aber sauber und eindeutig zu erfühlen.

Auch das Stellen der Zeiger gelingt problemlos. Man hat zwar nie das Gefühl, ein besonders hochwertiges Werk zu bedienen, alle Einstellungen unterliegen aber einen recht geringen Spiel. Beim Einstellen der Uhrzeit ist die 24h-Skala recht hilfreich, man muss nicht erst den Schaltpunkt der Datumsanzeige suchen. Auch deren Einstellung ist dank der Schnellverstellung über die Krone rasch erledigt. Die 24h-Anzeige lässt sich allerdings nicht - wie oft angenommen - als zweite Zeitzone nutzen, da sie fix mit dem normalen Stundenzeiger gekop-pelt ist.

Ganz hervorragend ist die Ablesbarkeit der Uhr. Die Chronographenzeiger sind rot lackiert und können daher nicht versehentlich mit der Zeitanzeige verwechselt werden. Durch den zentralen 60-Minuten-Zähler ist das Ablesen der Stoppminuten deutlich einfacher als auf den üblichen 30-Minuten-Hilfszählern. Der Zeiger unterscheidet sich durch seine Pfeilform von der zentralen Stoppsekunde. Zeiger und Indice sind mit SuperLuminova in einer ganz besonders hellen Mischung belegt, man kann das Leuchten manchmal sogar am Tag beobachten. Die Kombination aus innen entspiegeltem Glas und mattschwarzem Zifferblatt macht die 157 zur am besten ablesbaren Uhr in meiner Sammlung.

Der Vollständigkeit ha lber sei noch angemerkt, dass die Zeiger in ihrer Länge korrekt an ihre Skalen ange-passt sind. Ein Umstand, dem ich immer grossen Wert beimesse.


Werk & Gangwerte

Aus dem Handaufzug-Kaliber 1863 entstand 1972 das automatische Pendant 1341 welches Omega in der Speedmaster Mark III und IV unter der Bezeichnung 1040 (als Chronometer 1041) eingesetzt hat. Auch Tissot nutzte das Werk in einigen Navigator-Modellen. Dieses Kaliber hatte keine Anzeige des Wochentages und die 24h-Indikation (für Omega reserviert) konzentrisch bei der kleinen Sekunde, verfügte aber auch schon über den zentralen Minutenzähler. 1978 entstand daraus das vorliegende Kaliber 5100, auch von Omega wurde es in der Mark V als Kaliber 1045 eingesetzt. Noch zu erwähnen wäre das von Ebel entwickelte Parallel-Kaliber 1352, ohne 24h-Anzeige und mit dezentral mitlaufendem Minutenzähler. Dieses hervorragende Werk wird noch heute von Ebel und - in angepassten Versionen - auch von Breguet und Rainer Brand eingesetzt.

Vermutlich gibt es kaum ein hässlicheres Ankerwerk mit Chronographenmechanismus als das Lémania 5100. Um bei der Produktion Kosten zu sparen, besteht es aus Pfeilern und gestanzten Platten. An den Werkteilen sind kaum kostenintensive Fräsarbeiten nötig. Darüber hinaus muss der einseitig wirkende, auto matische Aufzug ohne Kugellager auskommen, der Rotor steckt mit seiner Hartmetallbuchse auf einem simplen Dorn aus dem selben Material. Als Übertragungssystem dient eine einfache Blattfeder als Sperrklinke, am Rotor angebracht und auf ein Zwischenrad wirkend.

Die komplette Chronographen-Kadratur ist wenig servicefreundlich auf der Zifferblattseite untergebracht und besteht mehrheitlich aus Kunststoffteilen, wie auch die Datumanzeige samt Steuerung. Selbst vor dem Grossbodenrad hat der Kunststoff nicht Halt gemacht. Dieser Umstand erklärt auch die geringe Zahl an Lagersteinen, Metall muss vor Plastik nicht mit Rubinen geschützt werden. Die Sache hat aber auch Vorteile: Das Werk wiegt lediglich 21g und kann daher bis zu 7G an Beschleunigung vertragen, wen wundert's, dass es allseits als äusserst robust gelobt wird.

Der Chronograph verfügt, im Gegensatz zu den üblichen horizontalen Kupplungen (z.B. Valjoux, andere Lémania) oder den Schwingtrieb gesteuerten (z.B. ETA 7750), über eine permanente Friktionskupplung. Wird der Chrono angehalten, greift eine Zange ein und blockiert einfach das Zentrumsrad. Die Kupplung schleift dann munter vor sich hin. Oft wird behauptet, diese Kupplung würde in ausgeschaltetem Zustand ver-schleissen und man müsste deshalb den Chrono recht oft laufen lassen. Stimmt nicht, die Kupplung ist so stabil, dass sie problemlos 10 Jahre lang schleifen kann ohne Schaden zu nehmen. Das Problem liegt ganz woanders: Das Öl in den verschachtelten Zeigerachsen kann das Werk langfristig blockieren, wenn man nicht regelmässig durch den laufenden Chrono für gute Verteilung sorgt.

Eigentlich dürfte es das 5100er ja schon seit 1998 nicht mehr geben. Die Werkzeuge zur Herstellung waren derart verschlissen, dass die Nouvelle Lemania keine Teile mehr produzieren mochte. Die Abnehmer des Kalibers hatten sich auch auf die Firmen Alain Silberstein, Fortis, Tutima, Paul Picot und Sinn reduziert, so dass ohnehin keine grossen Stückzahlen mehr zu erwarten waren. Nach dieser Ankündigung protestierten Fortis, Tutima und Sinn auf das heftigste, so wurden die Werkzeuge notdürftig überarbeitet und die produzierten teile von Hand auf die geforderten Toleranzen gebracht. Dies verteuerte das Kaliber aber von ehemals CHF 250,- zuerst auf CHF 400,- ein Jahr danach auf CHF 900,-. Dies erklärt auch den dramatischen Preisanstieg der entsprechend ausgerüsteten Uhrenmodelle. Seit Anfang 2002 ist die Produktion des 5100er endgültig einge-stellt worden, ausgeliefert werden nur noch Lagerbestände.

Die gemessene Gangreserve ist mit über 50 Stunden erstaunlich hoch.

Leider ist die nachlassende Qualität der Werkzeuge trotz händischer Nachbearbeitung nicht spurlos an den Gangwerten vorübergezogen. Gehörte das Kaliber 5100 noch vor 5 Jahren zu den genauesten mechanischen Werken, so liegen bei den aktuellen Modellen die lagebedingten Abweichungen im Bereich von 12-15 s/Tag. Im praktischen Einsatz war ein täglicher Vorgang von etwa 8 Sekunden zu notieren.


Qualitativer Eindruck

Alles was man von aussen sehen kann, macht - auch angesichts des noch immer günstigen Preises - einen hervorragenden Eindruck. Natürlich handelt es sich hier um eine Instrumentenuhr für grobe Einsätze, also bitte keine entgrateten und anglierten Zeiger verlangen. Das Zifferblatt ist aber sehr sauber bedruckt, die Zeiger korrekt gesetzt und das Finish von Werk und Band könnte besser nicht sein. Nicht zu diesem Preis, auf jeden Fall. Die Uhr macht echt Spass, zum einen weil sie ordentlich was aushält, zum anderen weil sie überhaupt nicht nach Einsteigerklasse aussieht. Im Gegenteil, der Preis wird oft angezweifelt und die Uhr als deutlich teurer eingeschätzt.

Diese Tatsache ist ganz klar ein Verdienst von Lothar Schmidt, ich hatte auch schon 157er wie auch 142er aus der vergangenen Ära in der Hand. Man sieht der Schale einfach an, dass jetzt höherwertige Komponenten (abgesehen vom Werk ausschliesslich aus Deutschland) eingesetzt werden.


Fazit

Dass das Werk nicht mehr so potent ist wie in alten Zeiten, kann man Sinn gewiss nicht anlasten. Robust ist es allemal und ich hab die 157er den ganzen Sommer durch wirklich nie geschont. Ob beim Biken, Wandern oder im Wasser, nie wurde sie ausgezogen. Trotz aller Strapazen funktioniert sie einfach, unauffällig und treu wie ein guter Hund. Dass auch der mal älter wird und nicht mehr so genau tut, mag ihm jeder verzeihen. Wer den Sekunden nacheilt, sollte vielleicht doch lieber nach einer anderen Uhr Ausschau halten, für den Rest der Uhrenfreunde wird sie noch sehr, sehr lange mit dabei sein. Da bin ich mir ganz sicher.

 

Datenblatt
Referenz 157.020 (UVP: 1160 Euro)
Werk Lemania Kaliber 5100, über Blattfeder und Klinkenrad einseitig aufziehender in Hartmetallbuchse gelagerter Zentralrotor, Chronograph mit Nockenradsteuerung und Friktionskupplung, Pfeiler-Aufbau mit zahlreichen Kunststoffteilen, Gangreserve 42 Stunden, Sekundenstopp, Durchmesser 13,5 Linien (31 mm), Höhe 8,2 mm, 17 Lagersteine, Glucydur-Unruh, 28 800 A/h, KIF-Flector Stoßsicherung, Nivarox-1 Flachspirale mit Triovis-Feinregulierung, Nivaflex Zugfeder, 202 Werkbestandteile
Funktionen Stunde, Minute, kleine Sekunde, Datum und Wochentag im Fenster, fixe 24h Anzeige, Chronograph mit zentalem 60 Minuten- und 12 Stundenzähler, Pulsometer- und Tachymeterskala auf dem Rehaut
Gehäuse Edelstahl 316L perlgstrahlt, Durchmesser 40,3 mm, Höhe 15,2 mm, Gewicht 145g mit Stahlband, innen entspiegeltes planes Saphirglas, geschützte Drücker, verschraubte Krone, Boden mit Zentralgewinde, wasserdicht bis 200m
Band Stahlgliederband mit Taucherverlängerung in der Schliesse (optional Rindslederband im Fliegerdesign oder Kautschukband)
Varianten Gehäuse und Band aus Reintitan
Getestet Juni 2002