| Jacques Etoile Lissabon Medium |
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Modellbeschreibung Klaus Jakob, durch seine Kollektionen mit seltenen Kalibern bekannt, hat das Unitas 6376, nach einer gründlichen Überarbeitung, in ein klassisches 39 mm Gehäuse eingebaut und bot es unter dem Namen Lissabon Medium in drei unterschiedlichen Zifferblattvarianten an. Neben der klassischen Beobachtungsuhr mit silbernem Blatt und schwarzen Ziffern gab es eine Fliegeruhr mit schwarzem Blatt und weissen Ziffern sowie die vorliegende Variante mit echten Appliken im Stil der Portugieser. Leider ist die Uhr nicht mehr im Programm, da keine weiteren Werke verfügbar sind.
Oft wird der Begriff Wehrmachtswerk mit dem 2. Weltkrieg und/oder mit einem bestimmten Kaliber in Verbindung gebracht. Dabei hat dieser Begriff gar nichts mit Krieg zu tun, auch die Schweizer Wehrmacht hatte derartige Werke verwendet. Als Wehrmachtskaliber wurden ab Anfang der 30er Jahre grundsätzlich Kaliber mit 13 Linien Durchmesser und Handaufzug bezeichnet. Als robuste und einfach zu wartende Werke wurden sie zumeist in den Beobachtungsuhren der Militärs eingebaut.Das vorliegende Unitas 6376 und dessen Variante mit Kalenderanzeige (6380) sind direkte Nachfolger des, bis etwa 1970, gebauten Kaliber 6325 mit 18 000 A/h und wurden von 1970 bis 1982 hergestellt. Als Lizenznachbau ist das AS 1130 ebenfalls mit 18 000 A/h zu nennen. Als sehr seltene Sondervariante ist jetzt das Unitas 6300 mit direkter Zentralsekunde in einer geringen Stückzahl bei Jacques Etoile verfügbar.
Gehäuse, Band und Tragekomfort Gegenüber der Lissabon Grande mit Unitas 6498 ist das dreiteilige Gehäuse um 5 mm kleiner im Durchmesser und damit auch für kleine Handgelenke ideal. Alle Gehäuseteile sind auf Hochglanz poliert, das Deckglas ist bündig in die Lünette eingepasst und nicht entspiegelt. Die Form lehnt sich an die der teureren Modelle aus der Kollektion an, in dieser Preislage kann natürlich kein SUG-Gehäuse aus Glashütte erwartet werden. Die Uhr wirkt flacher als sie wirklich ist und trägt sich sehr angenehm. Serienmässig wird die Lissabon mit einem Rindslederband sehr ordentlicher Qualität geliefert. Die Dornschliesse ist ebenfalls poliert, sehr stabil und mit dem gravierten Firmenlogo versehen. Die Testuhr wurde direkt beim Kauf aus optischen Gründen mit einem Reptillederband aufgewertet. Der Aufpreis von knapp 100 Euro lohnt sich, da die Uhr so noch eleganter wirkt, die Kautschukbeschichtung der Innenseite erhöht darüberhinaus die Haltbarkeit und den Tragekomfort. Das voll rembordierte Band ist sehr sauber vernäht und von ausgesuchter Qualität.
Bedienung & Ablesbarkeit Durch die recht grosse und griffige Krone ist das tägliche Aufziehen ein Kinderspiel. Die Zeigerstellung läuft satt und präzise, das Werk wurde offenbar sehr sorgfältig terminiert. Ein Sekundenstopp ist natürlich nicht vorhanden. Die Zeiger passen von der Form her gut zum Zifferblatt und sind in ihrer Länge optimal angepasst.
Werk & Gangwerte Das Werk ist wirklich ein erfreulicher Anblick. Die ehemals recht simpel aufgebauten Kaliber wurden technisch so überarbeitet, so dass sie den heutigen Anforderungen an Gangleistung und Zuverlässigkeit entsprechen. Brücken und Kloben wurden mit Genfer Streifen dekoriert, die Schrauben gebläut. Auch eine zeitgemäße Stossicherung wurde nicht vergessen, was damals noch absolut unüblich war. So ist es auch nicht verwunderlich, daß sich der Gang der Uhr nach einer kurzen Einlaufzeit sehr konstant bei 8 s/Ta g einpendelte. Ein Wert, den man natürlich mit dem Rückerzeiger noch individuell verbessern könnte. Überhaupt sind die diese alten Werke, wenn man sich ihrer fachmännisch annimmt, zu ganz erstaunlichen Gangleistungen fähig.
Qualitativer Eindruck Weder am Gehäuse, noch am Werk, geschweige denn am Finish gibt es etwas auszusetzen. Für die Preislage ist das Gehäuse sehr gut feinbarbeitet und verfügt über einen Schraubboden. Ein Sahnestück ist das Zifferblatt mit den applizierten Ziffern und der Minuterie. Die Verarbeitung ist sehr gut, alle Ziffern sitzen sauber in ihren Bohrungen. Auch die gebläuten Stahl-Zeiger sind von ausgesuchter Qualität und ohne Spuren gesetzt, die Konkurrenz bietet hier oft nur blau lackierte Zeiger.
Fazit Das Preis-/Leistungsverhältnis der Jacques Etoile Lissabon Medium ist wirklich sehr gut. Jede befragte Person hat bislang den Preis höher eingeschätzt. Zusätzlich wartet sie noch mit einem exklusiven Kaliber auf, das praktisch nicht mehr zu bekommen ist. Schade eigentlich, es bleibt aber immer noch die Lissabon Grande mit dem 42 mm Gehäuse als Alternative.
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